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Rom - Der Vatikan

Rom
Die Traumfrau


1. Vorgeschichte

Die Geschichte der Menschheit im 3. und frühen 4. Jahrtausend verlief durchaus nicht geradlinig: Ökonomische, moralische, politische Prinzipien wechselten einander ab, manche schon weit gediehene Entwicklung kippte plötzlich ins Gegenteil um. Irrationalität triumphierte über Logik, Aberglaube über Wissenschaft – für einige Zeit, ehe das Pendel wieder zurückschwang.

Schien am Beginn des 3.Jahrtausends die Säkularisierung zu triumphieren, so brachte die Globalisierung und der damals allgemeine Trend zu immer größeren wirtschaftlichen und politischen Einheiten ein überraschendes Ergebnis: Christentum und Islam fusionierten, das Christentum legte seine archaischen Merkmale der Viel- und Halbgötterverehrung ab, und mit dem allgemeinen  Übergang zum strengen Monotheismus entstand eine Religion von unglaublicher Durchschlagskraft, deren fundamentalistische Strenge nach all der Libertinage des ersten Jahrhunderts die Menschen in ihren Bann zog und zum Entstehen  einer machtvollen Theokratie mit Rom als Hauptstadt führte; wieder einmal war der Vatikan das Zentrum der Welt.

Die Auswirkungen auf Wissenschaft und Technik waren weitreichend und tiefgreifend. Am folgenreichsten war das absolute Verbot jeglicher Fortpflanzungskontrolle; sogar Knaus-Ogino wurde zur Geheimformel erklärt. Das kaum gedämpfte Bevölkerungswachstum explodierte, und ein aussichtsloses Rennen begann zwischen den Agrar- und Ernährungstechnologen und den Energietechniker einerseits und dem exponentiellen und dank fortschrittlicher Medizin durch Seuchen kaum noch gebremsten Wachstum der Menschheit andererseits.  Bald waren es 20 Milliarden von denen viele unterernährt waren; wären nicht so viele verhungert, wäre die Weltbevölkerung noch schneller gewachsen.

Unter großen persönlichen Risiken suchten Forscher im Geheimen nach Auswegen, auf einen endlichen Sieg der Vernunft hoffend. Der römische Humangenetiker Ugolino Enricone strebte an das menschliche Erbgut so zu verändern dass jede Frau nur noch zwei Eizellen ausbilden und damit nur noch zwei Kinder zur Welt bringen konnten. Unter Berücksichtigung von Totalverweigerern und Lesben musste dies langfristig zu einer langsamen Abnahme der Weltbevölkerung führen. Ein Kollege verriet ihn, der Prozess wurde der Bedeutung wegen in der Sixtinischen Kapelle vor Michelangelos  Bild des Jüngsten Gerichtes geführt. Das oberste Gericht verurteilte ihn (wie einige wenige andere zuvor) zur Verbannung in die Zukunft  - als besondere Gnade – "weil er sich doch so viel Sorgen um die Zukunft gemacht habe statt auf eine höhere Macht zu vertrauen".

Ugolino Enricone wurde in Tiefschlaf versetzt und an Bord des Raumschiffes „Chronos 5“ auf eine weite Kometenbahn gebracht. Das war im Jahre 2264; genau 1000 Jahre später sollte er wieder aufgeweckt werden,  das Raumschiff zur Erde zurückkehren. Dann sollte er sich als lebendiges Geschichtsbuch nützlich machen. Detaillierte   Anweisungen für die Vorbereitung der Landung von der Erde aus wurden archiviert, da man nicht erwarten durfte dass die Raumflugtechnik sich bis dahin nicht weiter entwickelt haben würde. Es war also ein wirklich faires, in jeder Hinsicht wohl durchdachtes Urteil das da vollzogen wurde. Und die Raumfahrt, die sonst außer wissenschaftlichen Erkenntnissen und neuen Kommunikationssystemen immer noch nicht viel gebracht hatte, wurde endlich sinnvoll eingesetzt.

Allerdings: Solch ein Urteil war teuer zu vollstrecken und musste wenigen spektakulären Fällen vorbehalten bleiben. In gewöhnlicheren Fällen musste es die Todesstrafe tun.

2. Im Jahre 3264.

„Chronos 5“ zog seine vorgeschriebene Bahn hinaus in die unendlichen Weiten des Weltraumes, kehrte zurück und trat richtig wieder in das weitläufige Planetensystem der Sonne ein.  Die Bordrechner wurde automatisch wieder hochgefahren, die Bordsysteme aktiviert, und schließlich die Aufweckprozedur an Ugolino Enricone eingeleitet.

Für Stunden noch lag Ugolino unbewegt und ohne Bewusstsein, während seine Körpertemperatur langsam erhöht, Körperflüssigkeiten ausgetauscht, Hormone eingespritzt, Regelkreise eingeschwungen, elektrische Prozesse im Nervensystem stimuliert wurden.  Aus unendlicher Tiefe tauchte sein Bewusstsein auf, ganz langsam begannen Gedanken zu laufen, erst wirr im Traum, dann geordneter: Wo bin ich? Wer bin ich? Bin ich tot? Panik packte ihn er, richtete sich ruckartig auf, verlor das Bewusstsein, fiel wieder zurück.

Das Bewusstsein, die Gedankenprozesse setzten erneut ein, jetzt stärker, stabiler. Er schlug die Augen auf, ließ sie durch die enge Kabine des Raumschiffes kreisen. Sein Blick blieb an einem Bildschirm an der Wand vor ihm hängen. Er sah eine Gruppe von Menschen in fremdartiger Kleidung. Sie sprachen untereinander, eine ganze Zeitlang, dann gab einer von ihnen ein Zeichen. Die Figur einer Frau löste sich aus der Gruppe, trat ein paar Schritte vor, bis ihr Gesicht den Bildschirm füllte. Sie begann zu sprechen:

„Bon giorno, Ugolino! Wenn alle Systeme richtig funktioniert haben, dann bist du jetzt wach. Wir können das nicht wissen, weil die Funksignale 2 mal 6 Stunden brauchen zwischen Raumschiff und Erde. Wir wollten dich nicht  12 Stunden alleine lassen bis wir Dich begrüßen; so lange hätte es gedauert, wenn wir auf die Bilder von Deinem Aufwachen gewartet hätten. So können wir im Moment nur hoffen, dass du planmäßig erwacht bist. Willkommen! Die Menschheit des Jahres 3264 heißt dich willkommen!“

Die Stimme der Frau war vielleicht etwas herb, doch nicht unangenehm. Ihre Aussprache des Italienischen war ungewohnt, aber Ugolino verstand sie.

Das Bild auf dem Schirm zeigte für eine kurze Zeit wieder die Personengruppe, dann füllte erneut das Gesicht der Frau das Bild, während sie sprach:

„Hinter mir siehst du ein Komitee bedeutender Wissenschaftler, die Deine Rückkehr unter allen erdenklichen Aspekten vorbereiten. Ich selber heiße Renata, ich bin eine Altsprachlerin. Ich werde als Übersetzerin zwischen dir und der Gruppe arbeiten. Man hat unter kinderpsychologischen Gesichtspunkten beschlossen dass du eine feste Bezugsperson brauchst, und ich wurde für diese Rolle ausgewählt. Ich hoffe du hast nichts dagegen“ Sie lachte, zeigte kleine sehr ebenmäßige Zähne.  „Jetzt gebe ich Dir ein paar Anweisungen für die nächsten 16 Stunden, dann sage kurz wie du Dich fühlst, und ob Du alles verstanden hast. Dann darfst du erst mal wieder schlafen  Wenn Du erneut  aufwachst......“

Die „Gespräche“ zwischen Ugolino und Renata der folgenden Monate adäquat wiederzugeben ist unmöglich. Als Ugolino aufgeweckt wurde, befand sich „Chronos 5“ eben noch außerhalb der Plutobahn; Funksignale zur Erde benötigten, da nur mit Lichtgeschwindigkeit sich fortbewegend, in der Tat sechs Stunden für die einfache Strecke. Diese Zeit verkürzte sich natürlich in der Folgezeit mit der Annäherung an die Erde. Aber selbst ein paar Minuten Verzögerung machen ja schon ein spontanes Gespräch unmöglich. Es entsteht eher so etwas wie ein „mündlicher Briefwechsel“, das heißt, es werden ganze „Pakete“ von Informationen, Fragen, Antworten, Gegenfragen ausgetauscht. Mit Rücksicht auf die Lesbarkeit dieses Berichtes werden wir im folgenden aber so tun, als habe es fortlaufende Gespräche gegeben, das heißt beispielsweise, wir lassen die Antwort unmittelbar auf die Frage folgen.

Die ersten Gespräche drehten sich natürlich um die körperliche Verfassung Ugolinos, die Funktion des Raumschiffes, notwendige Eingriffe in die Bordsysteme. Ugolino, der ja kein Techniker war, hatte Schwierigkeiten die Fragen zu verstehen und sinnvoll zu handeln. Dann wandte sich das Gespräch mehr persönlichen Dingen zu.

U: „Du heißt Renata, die „Wiedergeborene“. Der Name würde ja viel besser zu mir passen – nach 1000 Jahren!  Aber es ist ein schöner italienischer Name. Und du sprichst das alte Italienisch. Bist du Italienerin?“

R: „Die Frage ist heute sinnlos. Es haben sich ganz neue Strukturen in der Weltbevölkerung ergeben. Wo jemand gerade lebt, ist ziemlich unerheblich.“

U: „Deine klassische gerade Nase und die dunklen Haare  erinnert mich an das Bild einer vornehmen Dame aus Kreta – dem Kreta des Königs Minos. Stammen Deine Vorfahren von Kreta? Renata, die wiedergeborene Minoerin?“

R: „Du verblüffst mich. Es gibt eine Familientradition dass meine Ahnen von Kreta kommen. Aber alle Unterlagen sind verschwunden. Zunahme der Entropie, Verlust an Information   .... du weißt ja....!“U: „Wenn es egal ist, wo man lebt, heißt das, es gibt nur noch eine Sprache?“

R: „Im Prinzip ja. Aber die meisten Menschen sprechen auch noch eine lokale Mundart, wie Englisch oder Chinesisch. Willst du die Weltsprache lernen?“

Natürlich wollte er. Renata war eine gute Lehrerin, aber das Lernen war harte Arbeit. Die neue Sprache, mit Anklängen an das Englische und Spanische seiner Tage, hatte zwar eine ganz einfache Grammatik, aber die Satzmelodie war schwierig, zudem die Bedeutung der Worte stark kontextbestimmt. Aber er gab nicht auf. Renata wurde mehr und mehr zur „Bezugsperson“, er lernte „für Renata“ wie ein ABC-Schütze für seine erste Lehrerin. Sie war eine bewundernswerte Frau! So gescheit! Und sah wirklich gut aus. Die langen schwarzen Locken zum Beispiel, die ihr auf die Schulter fielen. Es müsste schön sein darin zu spielen......

U: „Renata (der Name zerging ihm auf der Zunge), Renata, du kennst meine Akte, Du weißt warum ich in die Zukunft verbannt wurde. Hat man das Problem der Bevölkerungsexplosion gelöst? Wie viel Menschen gibt es heute?“

R: „Das Problem ist gelöst. Es leben heute 1000 Milliarden Menschen auf der Erde. Sie leben gut. Keiner hungert.“

U: „Aber das ist doch ganz unmöglich! Zu unserer Zeit, als es 20 Milliarden waren, glaubten die meisten  Wissenschaftler, die Erde könne auf Dauer nur eins bis zwei

Milliarden ertragen. Das Gesetz der Biomassenpyramide ergab auch nur zwei Milliarden. Erkläre mir wie es möglich ist!“

R: „Ich kann und darf dir nicht alles erklären. Es war sehr schwer, die Menschen sind durch schlimme Zeiten gegangen. Aber Bio-Engineering, Gentechnik (ich ahne Deine nächste Frage: ja, auch beim Menschen!), fortschrittlichste Agrartechnik, Klimakontrolle, Beherrschung vieler erneuerbarer Energiequellen an die ihr damals noch nicht einmal gedacht habt, .... sehr vieles musste zusammenkommen.“

U: „Gentechnik war mein Fachgebiet. Ich wüsste gerne wie es weitergegangen ist. Kannst du mir ein neues Fachbuch schicken?“

R: „Nein, das geht nicht. Du kannst es nicht lesen. Und ich könnte es nicht einmal übersetzen! Du müsstest erst wieder in die Schule gehen. Und dann Quantenphysik, Chemie, Chaostheorie und und und studieren. Nein, das geht leider nicht.“

Warum verweigerte Sie ihm diesen Wunsch? War es diese Gruppe von Experten irgendwo im Hintergrund.? Renata – Renata konnte es doch nicht sein die ihm etwas abschlug. Renata, die schönste, klügste, freundlichste Frau der Welt! Und welch eine aufregende Figur sie hatte!

U: „Wenn es so viele Menschen gibt, lebt ihr nicht extrem beengt?“

R: „Dicht besiedelt ist die Erde schon. Aber es ist genug Platz für jeden. Wir haben Fabriken und Verkehrswege ganz unter die Erde verlegt, auch ein Großteil der Lebensmittelproduktion erfolgt unterirdisch – hydroponische Gärten, wie es eure Science-Fiction Autoren voraussahen! Schau, hier habe ich ein Video für dich, eine Flug über die Lombardei.“

Von oben wirkte die Erde in der Tat eng besiedelt, aber als das Video dann einzelne Häuser zeigte, da waren sie doch recht komfortabel, ja von klassischer Eleganz, und die Menschen in den Häusern und in den blühenden Gärten sahen gesund, ausgeglichen, ja: glücklich aus.

R: „Das sind ganz normale Häuser! Ich habe auch so eines. Ganz modern: das bisschen Energie das es braucht, gewinnt es selbst aus dem Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht!““

Es musste schön sein in so einem lichtdurchfluteten Haus zu wohnen, auf so einer mit äußerst üppigen Blumen umgebenen Veranda zu sitzen, einen lauen Sommerabend zu genießen, Hand in Hand mit einer Frau wie Renata. Er begann zu träumen. Schrak hoch und legte sich Rechenschaft ab: Er hatte sich in Renata verliebt!

U: „Das waren sehr schöne Häuser, die du mir gezeigt hast. Wirst du mir einmal Dein eigenes Haus zeigen?“

R: „Vielleicht. Ich verspreche dir nichts. Erwarte nicht zu viel von mir!“

U: „All diese tropischen Blumen....was ist mit dem Klima geworden?“

R: „Es ist noch wärmer als zu Deiner Zeit. Wir haben den Treibhauseffekt, über den ihr euch noch so viel Sorgen gemacht habt, in den Griff bekommen:  Wir haben gelernt das Klima warm zu halten, auch als die fossilen Kohlenwasserstoffe zu Ende gingen. Wir kontrollieren großräumig das Klima auf der Erde. om – Bocca della Verità

Die alltägliche Wetterkontrolle allerdings ist immer noch unmöglich – Wetter ist das perfekte Chaos, wie ihr schon vermutet hattet.“

Er war mal mit einer Atmosphärenforscherin befreundet gewesen. Wenn er an deren Schreibtisch dachte .....  ja, das Wetter musste ein chaotischer Prozess sein. Renata dagegen ... sie war sicher sehr ordentlich .... nur gerade soviel Unordnung um nicht langweilig zu sein. Renata hatte alle guten Eigenschaften, Renata, seine Traumfrau.

U: “Gibt es die alten Städte noch? Gibt es Rom noch?“

R: „Jein. Eine Zeitlang hat man versucht die Menschen in den Städten zu konzentrieren. In Rom zum Beispiel,  da hat man damals sogar im Kolosseum und  in der Peterskirche Zwischendecken eingezogen, um dort Menschen unterzubringen. In der Sixtinischen Kapelle, da wo du verurteilt wurdest, sollen eine Zeitlang 10000 Seminaristen gelebt haben!

U: „Unmöglich!“

R: „Ich kann es nicht beweisen. Es ist dreihundert Jahre her. Heute ist Rom ein Naturpark. Dort leben Populationen aller jener Tierarten, die nicht genverändert sind. Es sind ein paar hundert.“ Und sie zeigte ein Video: man sah Zebras und Giraffen zusammen auf dem ehemaligen Petersplatz grasen. „Aber der Petersdom und auch die Sixtinische Kapelle, und ein paar andere Gebäude, werden als historische Kunstwerke gepflegt. Die Organisation „Kirche“ gibt es nicht mehr.“

Rom – Bocca della Verità

U: „Gibt es noch den Boca della Verita?“ Einmal war er mit seiner Freundin dort gewesen. Lachend hatte sie sich geweigert ihre Liebe zu beschwören und dafür ihre Hand in den Steinernen Mund zulegen. Aberglauben hin oder her, das hatte ihm zu denken gegeben.....

R: „Ja, es gibt ihn noch. Er liegt aber mitten in einem Urwaldregional.“

U: „Kann ich ihn besuchen? Wirst du mich begleiten?

R: „Ja, wir bekommen eine Sondererlaubnis. Es ist dort etwas gefährlich, es soll große Schlangen geben!“

Ugolino träumte davon wie er mit Renata den Boca besuchte, und sie sprachen über die Liebe ......ihre Liebe.....Vielleicht würde er sie vor einer Schlange retten.....

Und eines Tages – Wissenschaftler im Hintergrund oder nicht! – sprach er es aus:

U.: „Renata, ich muss Dir etwas sagen. Du bist eine wunderbare Frau. Du bist die wunderbarste Frau die ich je kennen gelernt habe. Du bist meine Traumfrau! Wenn ich zurück bin auf der Erde, können wir ...... können wir dann viel zusammen sein?“

Renata wurde sehr ernst. Noch nie war sie so ernst gewesen. Sie erschien ihm schöner als je zuvor in ihrem Ernst:

R. „Ugolino – mach dir keine Hoffnungen. Zwischen uns kann nur Freundschaft sein - nicht mehr! Hörst du! Nicht mehr als Freundschaft! Versprich mir nicht mehr zu erwarten!“

Er versprach es, aber wer kann schon aufhören von seiner Traumfrau zu träumen? Wenn er erst gelandet, erst einmal auf der Erde zurück sein würde.......

In den letzten Tagen vor der Landung hielt Renata ihn mit technischen Anweisungen auf Trab ... aber der Gedanke an ihr erstes Treffen ging ihm nicht aus dem Kopf ... er würde Schmetterlinge im Bauch haben! Ja! Er würde auf sie zugehen, ihr in die Augen blicken ...

Die Landung in der Nähe Roms, das immer noch Welthauptstadt war, verlief problemlos. Ugolino sah nichts von der Landschaft. Als sich die Ausstiegsluke öffnete blendete ihn das helle Licht Italiens.  Er kletterte hinaus, ging langsam die Rampe hinab. Ging zu auf die Gruppe des Begrüßungskomitees, hinter dem sich eine unübersehbare Menschenmenge drängte. War Renata da? Ja, sie stand beim Begrüßungskomitee. Er schritt auf sie zu, blieb kurz stehen...seine Knie zitterten, alles drehte sich vor seinen Augen, beinahe wäre er gestürzt.

„Willkommen! Eintausend Milliarden Menschen heißen dich willkommen!“ erklang Renatas Stimme aus den Lautsprechern.

Er schaffte es, trat vor sie, ließ sich auf die Knie nieder, tief bückte er sich. Es ist nämlich nicht ganz einfach seiner Traumfrau in die Augen zu sehen, wenn man selbst 1.95m groß ist und sie nur dreißig Zentimeter.
 

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