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Stevns Klint





In der Gegend von Stevns Klint, auf der dänischen Insel Seeland, findet man besonders gut zu verarbeitenden Feuerstein. In der Steinzeit wurde hier das Material für Werkzeuge und Waffen gesammelt, die man  in ganz Europa schätzte.
 

Teil 1 -  In der Steinzeit

Bärentöter erwachte früher als gewohnt. Das zottelige Fell, in das er sich zum Schlaf gehüllt hatte, war verrutscht.  Der steinige Untergrund drückte durch das zusammen-gescharrte dürre Laub. Bärentöter setzte sich mit einem Ruck auf und lauschte: nur die harmlosen Rufe früher Vögel.

Bärentöter erhob sich, kratzte sich Laub aus Haupthaar und Bart. Vorsichtig stieg er zur Quelle hinunter. Zog sich wieder auf seinen Beobachterposten zurück. Aß etwas von seinen Vorräten. Und wartete: Gestern hatte er in der Ferne Rauch aufsteigen gesehen.

Durch dieses kleine Tal führte der einzig begehbare Pfad dieser Gegend. Wenige hundert Meter weiter lag das  Lager seiner Gruppe. Jetzt, als die Sonne aufging, standen sicher auch die anderen Männer auf. Bald würden zwei   oder drei  den stei-nigen Pfad zum Kliff hinuntersteigen, wo es die besten Feuersteine weit und breit gab, würden geeignete Steine sammeln und ins Lager bringen. Die Frauen würden Beeren und Wurzeln suchen, beschützt von den anderen Männern, die sich derweil der Anfertigung von Faustkeilen und Steinäxten widmeten.

Bärentöter sah drei Männer den Pfad entlang kommen.  Um die Gruppe zu alarmieren stieß er dreimal den Ruf des Birkhuhns aus. Dann stieg er hinunter und trat den Fremden entgegen.

"Was wollt Ihr hier?"

"Wir wollen ans Kliff, Feuerstein sammeln!"

"Hier gibt es nichts für Euch, diese Stelle gehört uns!"

"Sie gehört jedem! Auch uns!"

"Nein! Verschwindet!"

Das Gesicht des Anführers der Fremden wurde rot vor Zorn, Bärentöter sah die Adern am Hals anschwellen. Gegen die drei hatte er keine Chance.

Mit einer obszönen Geste brachte er den anderen um den Rest der Beherrschung. Mit erhobenem Knochendolch sprang der Fremde auf ihn los, die beiden anderen hinterdrein. Bärentöter hatte das vorausgesehen, drehte sich rechtzeitig um und raste in Richtung auf das Lager davon, die anderen dicht hinter ihm her.  Der gewundene Pfad sicherte seinen Vorsprung. Wo der Pfad dann im dichten Gehölz eine scharfe Biegung machte, sprangen fünf Männer seiner Gruppe hoch und stürzten sich auf die Angreifer. Eine Feuersteinaxt fuhr krachend in den Schädel des ersten Angreifers, der brach unter der Wucht des Schlages zusammen. Seine beiden Begleiter wandten sich zur Flucht, suchten im dichten Dickicht ihr Heil, doch entkam schließlich keiner.

Die Männer der Gruppe säuberten ihre Waffen, sammelten ein was immer die Fremden Brauchbares mit sich führten,  und kehrten zum Lager zurück. Als sie an dem toten Anführer der Fremden vorbeikamen, schwirrten schon erste Fliegen um die aus seinem Schädel hervorquellende graue Gehirnmasse. Bärentöter nahm den Knochendolch des Toten an sich.
 
 
 

Teil 2 Im 22. Jahrhundert n. Chr.

1

Friedensreich erwachte früher als gewohnt. Als das Bett seine zu dieser Zeit ungewohnten Bewegungen wahrnahm, versuchte es sich bequem anzupassen und ihn mit sanftem Schaukeln in den Schlaf zurück zu bringen. Friedensreich setzte sich mit einem Ruck auf und rief:

"Ich bin wach und will wach bleiben!"

Sogleich brach das Bett seine Bemühungen ab, und die sanfte Stimme der robotischen Haushaltzentrale ertönte:

"Guten Morgen, lieber Friedensreich! Möge dies ein schöner, angenehmer, und vor allem ein sicherer Tag für Dich sein!"

Friedensreich fühlte sich nicht so sicher. Er war mit John-John verabredet, und der wollte ihn zum erstenmal mitnehmen zum Lager der Revolutionäre, weit draußen vor der sicheren Stadt, die er noch nie verlassen hatte.

Das bevorstehende Abenteuer ging ihm unablässig durch den Kopf, als er  sich im Gesundheitsraum sanft die Muskeln stimulieren ließ, und auch als das warme und duftende Wasser der Rundum-Dusche seinen Körper zu sanfter Musik rhythmisch massierte.

"Ein Frühstückssteak mit Rührei!" orderte er. Wenige Minuten später zog ein leckerer Duft durch den Speiseraum. Die Tischplatte fuhr in die Essenausgabe und kam mit dem gefüllten Teller zurück. Die mundgerechten Steakhäppchen ließen sich mit Löffel und Schieberchen bequem verzehren.

Es klopfte.

"John-John darf hereinkommen- aufmachen!" wies Friedensreich die Haushaltzentrale an und schob schnell die letzen Löffel Steak ein.

Friedensreich und John-John verließen das Haus, das ihnen "Einen sicheren Tag seid vorsichtig!" hinterher rief.

2

An der Kreuzung der "Großen Allee" mit der "Straße des unendlichen Wohlbefindens" wurden sie Zeugen eines Unfalles. Eine junge Frau von kräftigem sportlichem Körperbau kam eilig auf dem Tretroller heran, wollte vor einem plötzlich seine Richtung ändernden Fußgänger bremsen  -  der Tretroller rutschte seitlich weg, und die Frau stürzte. Zwar blies der Fußweg automatisch seine Airbagmatrix auf und federte so den Aufprall ab, doch rutschte die Frau ein kleines Stück und schürfte sich das rechte Knie ganz leicht auf. Zunächst schien sie die Verletzung (wenn man sie denn so bezeichnen will) gar nicht zu bemerken. Doch als ihr Blick auf die wenigen kleinen Bluttropfen fiel, begann sie entsetzlich zu jammern und zu schreien. Passanten sammelten sich um sie, zwei oder drei fielen angesichts der Wunde in Ohnmacht. Zwei Minuten später erschien der Rettungsgleiter. Fünf in schimmernde Overalls gekleidete Rettungsroboter  bemühten sich um die Frau und konnten sie schließlich damit beruhigen, dass ihr Vormann ein wenig Luft auf das Knie pustete und ein Liedchen in altertümlicher Sprache sang; es klang so ähnlich wie "Hai-lä hai-lä gäntzschen". Einer schaffte ihr gefährliches Fahrzeug zur amtlichen Verschrottung beiseite. Andere wiederum bemühten sich um die ohnmächtigen Passanten und redeten jedem der Umstehenden (so auch John-John und Friedensreich) eindringlich zu, sich den Vorfall als Mahnung zu nehmen und ihr Verhalten ganz auf Sicherheit und damit auf Wohlergehen auszurichten: "Die mit einem Tretroller erreichbare hohe Geschwindigkeit bedeutet einen große Gefahr für Fahrer und Unbeteiligte. Wenn sich Vorfälle wie der heutige häufen, wird das Stadtgehirn das gefährliche Spielzeug verbieten müssen!"

Im Weitergehen bemerkte John John zu Friedensreich:
"Nichts könnte die groteske und unwürdige Situation der Menschheit besser illustrieren als dieser doch eigentlich triviale Unfall. Die Roboter haben ihre sich aus dem 1. Asimov'schen Gesetz sich ergebende Pflicht, alle Menschen vor Schaden zu schützen, zur konsequenten Entmündigung  und Verweichlichung der Menschen genützt, so dass wir nur noch hilflose kleine Kinder zu sein scheinen!"

"Und warum haben die Menschen es sich gefallen lassen?"

"Ich habe es Dir schon mehrfach erklärt! Nach den Kriegen des 20. Jahrhunderts, dem endlosen, immer schrecklicheren Terrorismus und den Völkerwanderungen des 21. Jahrhunderts, dem fürchterlichen Ende von Städten wie Riad, New York, Karatschi zu Beginn des 22. Jahrhunderts, hatten die Menschen schlicht die Schnauze voll von all dem Elend. Die inzwischen weit vorangeschrittene Technik hatte den Robotern eine überlegene Intelligenz verliehen, und da gemäß dem 1. Asimovschen Gesetz all ihr Handeln dem Nutzen der Menschen diente, übertrug man ihnen schließlich die Regelung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse."

" Das war doch sehr vernünftig! Was ist denn schief gelaufen?"

"Auch das habe ich schon einmal erklärt. Aber nun denn.... Also, am Anfang ging auch alles gut. Die gesamte Menschheit erlebte zum ersten male allgemeinen Frieden, Wohlergehen, Sicherheit. Aber: das 1. Asimov'sche Gesetz hat für die Roboter absolute Gültigkeit. Das heißt, wann immer ein Mensch auf irgendeine Art zu Schaden kam, haben die Roboter durch technische oder organisatorische Maßnahmen diese Gefahr entschärft. Deshalb hast Du dein Frühstückssteak mit Löffel und Schieberchen gegessen -  mit Messer oder Gabel könntest Du Dich ja schneiden oder pieken;  deshalb ist der Tretroller das schnellste für Menschen zugänglich Fahrzeug das Verletzungsrisiko wächst mit der Geschwindigkeit; deshalb gibt es keinen Hammer mehr Du könntest Dir ja auf den Daumen hauen; deshalb "

"Was ist ein Hammer?!"

"Ich werde es Dir am Klint zeigen!"

Als sie die Stadt durch das Südtor verließen, mahnte sie sonore Stimme des robotischen Torwächters:
"Seien Sie vorsichtig! Die Bewegung in freiem Gelände ist mit vielen Gefahren verbunden! Wollen Sie wirklich einen Verletzung riskieren? Bleiben Sie lieber in der sicheren Stadt!"

Friedensreich zögerte einen Augenblick, aber John-John zog ihn mit sich. Die Stadt lag schon  weit hinter ihnen zurück, da warf Friedensreich noch einmal einen sehnsüchtigen Blick auf ihre blau schimmernden Kuppeln. Er fühlte sich sehr unsicher. Die große Kuppel in der Mitte, das musste das Stadtgehirn sein.

Sie verließen die gepflegten Solarfarmen und Felder in der Umbebung der Stadt und schlugen einen kaum erkennbaren Fußpfad durch Laubwald und Gebüsch ein.  John-John nahm das Thema wieder auf:

"Anfänglich lag die letzte Entscheidungsbefugnis natürlich bei den Menschen. Aber wer entscheidet macht auch einmal einen Fehler, und das kann Gefahr und Schaden für andere Menschen bedeuten. Immer wenn so etwas vorkam wenn die Roboter dank ihrer Fähigkeit zum multidimensionalen Denken eine menschliche Entscheidung als potentiell gefährlich und schädlich erkannten dann nahmen sie die Entscheidungsbefugnis in dieser Sache den Menschen ab immer ganz in konsequenter Anwendung des 1. Asimov'schen Gesetzes! Die Folge: heute haben die Menschen so viel Entscheidungsfreiheit wie früher ein von überängstlichen Eltern behütetes zweijähriges Kind. Aber sie leben höchst angenehm in Sicherheit und Wohlstand das Paradies auf Erden ist erreicht von dem unsere Vorfahren nur geträumt haben. Freilich um den Preis unserer völligen Unmündigkeit...."

"Warum können wir nicht einfach zum Stadtgehirn gehen und Mitbestimmung oder gar Entscheidungsfreiheit verlangen?! Nach dem 2. Asimov'schen Gesetz müssten die Roboter uns das doch gehorchen?!"

"Nein! Das 1. Gesetz steht höher, und in dessen konsequenter Anwendung haben die Roboter uns die Entscheidungsfreiheit genommen. Nein, wenn wir Entscheidungsrechte verlangen, wird es uns ergehen wie Prometheus Joshua Smith "

"Dem Begründer der revolutionären Bewegung?"

"Ja!  Als Prometheus Joshua Smith  in einem verfallenen Landhaus eine alte Bibliothek entdeckte und die Bücher zu lesen lernte (denn die Roboter lehren uns ja nicht mehr das Lesen, wegen der potentiell schlimmen Folgen des Studiums von Büchern), da wurde ihm bei Lesen der philosophischen und historischen Schriften die ganze Schande unseres Daseins klar: der Mensch ist entmündigt durch sein eigenes Geschöpf! Er sammelte Gleichgesinnte. Er ging als ihr Abgesandter zum Stadtgehirn in Oklahoma City und verlangte Entscheidungsfreiheit. Das Stadtgehirn aber ließ ihn einer Gedankenwäsche unterziehen: er lebte noch lange glücklich und zufrieden auf der Stufe eines Zweijährigen. Seine Jünger aber verstreuten sich über die ganze Welt und begründeten die Revolutionäre Bewegung."

Der Weg wurde beschwerlich. Zwei Stunden später kletterten sie einen steilen Pfad hinunter zum Fuß eines hohen Kliffs. Dort waren die Mitglieder der revolutionären Zelle dabei, aus scharfkantigem Feuerstein Waffen herzustellen Faustkeile, Messer, Speere, Äxte. John-John stellte Friedensreich den anderen vor, dann gab er ihm einen Hammer mit steinernem Kopf und leitete ihn an, aus einem Brocken Feuerstein das Blatt einer schweren Axt herzustellen .

 "Das wird Deine persönliche Waffe, gib Dir Mühe!" sagte John-John als das Werkstück Form anzunehmen begann.

"Wozu brauchen wir überhaupt Waffen?" fragte Friedensreich.

"Weil die frei beweglichen Roboter uns an Körperkraft überlegen sind! Sie würden uns hindern zum Stadtgehirn vorzudringen.  Mit guten Waffen können wir sie außer Gefecht setzen!"

Die Mitglieder der revolutionären Zelle übten den Gebrauch der Waffen an Treibholz. Friedensreich war überrascht: eine schwere Axt mit einer Feuersteinklinge hat eine erstaunliche Wirkung.

3

Ein paar Wochen später kam das Wort zum Beginn der Revolution. Friedensreich und John trafen sich mit den anderen Mitgliedern der Zelle. Sie holten die Waffen aus dem Versteck und marschierten zur Stadt. Der robotische Torwächter erkannte die von den Waffen ausgehende Verletzungsgefahr und mahnte zum Ablegen der gefährlichen Gegenstände.  Einige aus dem Trupp wollten schon gehorchen, aber John-John brüllte sie an, und die Gruppe marschierte geschlossen weiter. Niemand hielt sie auf. Neugierig deutend und verständnislos lachend standen die Menschen am Straßenrand.

Ziel der Gruppe war das "Stadtgehirn", Sitz der übergeordneten Intelligenz aller mobilen Roboter und aller robotischen Einrichtungen dieser Stadt.  Als einziges Gebäude der Stadt war dieser große Kuppelbau bewacht. Ein Dutzend mobiler Wachroboter stellte sich den anstürmenden Revolutionären entgegen und hätten sie gewiss überwältigt, wären die Feuersteinwaffen nicht gewesen. Als am wirksamsten erwiesen sich die Feuersteinäxte. Unter der Wucht von Friedensreichs niederfahrender Axt knackte die Kopfpanzerschale eines Roboters wie der Chitinpanzer eines Käfers unter einem zutretenden Fuß. Grünlich quoll die Masse der kleinen bionischen Computerhirne hervor.

Behindert durch das 1. Gesetz konnten sich die Roboter nur unzulänglich wehren, und nach kaum einer Minute war das Gemetzel vorüber. Die Gruppe der Revolutionäre drang in das Innere des Gebäudes vor. Sie stürmten in die zentrale Computerhalle. Geheimnisvoll schimmerten die acht hohen Glasgefäße mit den großen, parallel arbeitenden bionischen Gehirnen, die zusammen das allwissende, allmächtige "Stadtgehirn" darstellten. Durch den vorhergehenden Kampf wie in einen Rausch versetzt, fiel die Gruppe der Revolutionäre über die Gehirne her. Mit einem gewaltigen Schlag seiner schweren Steinaxt zersprengte John-John als erster eines der Glasgefäße. Grünliche Computermasse floss auf den Boden. Friedensreich und die anderen zertrümmerten die verbleibenden Gefäße. In einem Nebengebäude ertönte der scharfe Knall einer Explosion. Die Beleuchtung erlosch. Auf der glitschigen Gehirnmasse ausrutschend, tasteten sich die Revolutionäre zum Eingang zurück.
 

Teil 3  -  Im 24. Jahrhundert n.Chr.
 

Ron erwachte früher als gewohnt. Die zerfetzte stinkende Decke, in die er sich zum Schlaf gehüllt hatte, war verrutscht.  Der steinige Untergrund drückte durch das zusammengescharrte dürre Laub. Ron setzte sich mit einem Ruck auf und lauschte: nur die harmlosen Rufe früher Vögel.

Ron erhob sich, kratzte sich Laub aus Haupthaar und Bart. Vorsichtig stieg er zur Quelle hinunter. Zog sich wieder auf seinen Beobachterposten zurück. Aß etwas von seinen Vorräten. Und wartete: Gestern hatte er in der Ferne Rauch aufsteigen gesehen. Das mussten Fremde sein, die in den Ruinen der alten Stadt nach Brauchbarem gesucht hatten. Viel konnten sie nicht gefunden haben zu oft hatte seine eigene Gruppe die zusammenfallenden Kuppeln durchgekämmt. Alles Nützliche war von den Generationen davor weggeschleppt worden. Und irgendwie konnte man ja eigentlich alles nutzen was man fortschaffen konnte .....

Durch das kleine Tal, das Ron überblickte, führte der einzig begehbare Pfad dieser Gegend. Wenige hundert Meter weiter lag das  Lager seiner Gruppe. Jetzt, als die Sonne aufging, standen sicher auch die anderen Männer auf. Bald würden zwei  oder drei  den steinigen Pfad zum Kliff hinuntersteigen, wo es die besten Feuersteine weit und breit gab, würden geeignete Steine sammeln und ins Lager bringen. Die Frauen würden Beeren und Wurzeln suchen, beschützt von den anderen Männern, die sich derweil der Anfertigung von Faustkeilen und Steinäxten widmeten.

Ron sah drei Männer den Pfad entlang kommen.  Der Anführer trug eine jener selten gewordenen Overalls aus schimmerndem Gewebe, die anderen Felle. Als Waffen hatten sie kurze Eisenrohre mit sich.

Um seine Gruppe zu alarmieren stieß Ron dreimal den Ruf des Birkhuhns aus. Dann stieg er hinunter und trat den Fremden entgegen.

"Was wollt Ihr hier?"

"Wir haben in der alten Stadt gesucht, aber da gibt es nichts mehr zu holen. Jetzt wollen wir ans Kliff, Feuerstein sammeln!"

"Hier gibt es nichts für Euch, diese Stelle gehört uns!"

"Sie gehört jedem! Auch uns!"

"Nein! Verschwindet!"

Das Gesicht des Anführers der Fremden wurde rot vor Zorn, Ron sah die Adern am Hals anschwellen. Gegen die drei hatte er keine Chance.

Mit einer obszönen Geste brachte er den anderen um den Rest der Beherrschung. Mit erhobenem Eisenrohr sprang der Fremde auf ihn los, die beiden anderen hinterdrein. Ron  hatte das vorausgesehen, drehte sich rechtzeitig um und raste in Richtung auf das Lager davon, die anderen dicht hinter ihm her.  Der gewundene Pfad sicherte seinen Vorsprung. Wo der Pfad dann im dichten Gehölz eine scharfe Biegung machte, sprangen fünf Männer seiner Gruppe hoch und stürzten sich auf die Angreifer. Eine Feuersteinaxt fuhr krachend in den Schädel des überraschten Anführers ehe er mit seinem Eisenrohr ausholen konnte; er brach unter der Wucht des Schlages zusammen. Seine beiden Begleiter wandten sich zur Flucht, suchten im dichten Dickicht ihr Heil, doch entkam schließlich keiner.

Die Männer der Gruppe säuberten ihre Waffen, sammelten ein was immer die Fremden Brauchbares mit sich führten. Dem Anführer zogen sie den schimmernden Overall aus; in den Taschen fanden sich ein paar Kleinigkeiten, darunter ein Löffel und ein Schieberchen aus glänzendem Material. Fein - jetzt besaß die Gruppe schon fünf solch schöne Löffel!
 
 

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