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Langeweile Die Abschluss-Sitzung an Bord der "Deep Space Explorer 24" zog sich in die Länge. Der Kapitän hatte die Startzeit schon angekündigt. Aber wie immer, hielt jeder Experte seinen Bereich für den wichtigsten und ging in seinem Abschlussbericht in überflüssige Details. Für den Geschmack des Kosmobiologen Markos sprach sogar seine eigene Frau, die Chefingenieurin des Raumschiffes, zu lange über längst gelöste Probleme. Markos kritzelte gelangweilt auf seine elektronische Merktafel: Affen, Vögel, komplizierte geometrische Muster.Alles war ja routinemäßig und glatt gegangen. Seit einem vollen Planetenumlauf schwebte das Forschungsraumschiff über einer Wüste, gegen Sichtung im Bereich elektromagnetischer Wellen getarnt. Jeden Tag waren die drei kleinen scheibenförmigen Forschungsboote ausgeflogen und hatten Daten über den Planeten unter ihnen gesammelt. Jetzt waren genügend Informationen über Geographie und Geologie, Meteorologie, Biologie und so fort vorhanden, um ein ordentliches Planetendossier anlegen zu können; ja, zu 99% war es schon fertiggestellt, es fehlte nur ein wenig redaktionelle Glättung. Der dritte Planet im System S 43 war nichts besonderes. Auch in Markos' eigenem Bereich hatte es keine wirklichen Überraschungen gegeben: die übliche Kohlenstoff-Biologie, die übliche Pyramide der Lebewesen. Wenn überhaupt, war bemerkenswert wie viele fliegende Tiere es gab, von winzigsten "Mücken" bis zu gewaltigen "Adlern", von taumelnden "Schmetterlingen" bis zu "Albatrossen" die tage- und wochenlang segelten, von schwirrenden "Kolibris" bis zu "Fledermäusen" mit Ultraschallnavigation – das hatte man alles schon irgendwo auf anderen Planeten gesehen, aber hier gab es alles gleichzeitig. Dafür war der Planet mit der Entwicklung von Intelligenz nicht sehr weit gekommen – ein paar affenartige, nackte, sich in Gespinste hüllende Vierfüßler mit Greifhänden und akustischer Kommunikation, mehr gab es nicht!
Endlich war die Sitzung zu Ende, es blieben nur wenige Minuten bis zum Countdown für den Start. Markos' Frau begab sich auf das Kommandodeck, Markos eilte zur Familienkabine um sich und die Kinder startbereit zu machen.
Als er die Kabine betrat, sprangen ihm die Beiden schon entgegen:
"Endlich! Papi, Papi, schau was wir gemacht haben!", und sie zogen ihn mit sich.
"Ich habe mit Lineal und Zirkel und dem Gravitonenstift all die geraden Linien und Kreise gezogen!"
"Und ich habe den Affen und die Vögel gemalt, und die Spinne, sehen sie nicht genauso aus wie Du sie zeichnest ?"
Stolz blickten die beiden Kleinen zu ihrem Vater hoch und waren ganz erstaunt: Vater Markos war ärgerlich! Seine lange Fühler vibrierten, sein Stirnauge blinkte zornig.
"Nein, nein, nein!" stöhnte er. "Es darf doch nicht wahr sein! Und jetzt ist keine Zeit mehr das da unten wieder zu beseitigen!...... Ab mit euch in die Tiefschlafkokons! Zur Strafe müsst ihr den nächsten Forschungsstop verschlafen! Hundert mal habe ich euch gesagt, ihr sollt nicht auf einem Planeten herumkritzeln!"
* * *
Anmerkung:
Die Entstehung der Scharrbilder in der peruanischen Wüste von Nazca ist bis heute unklar. Zwar kann man ohne Schwierigkeiten eine Linie scharren, aber die viele km großen, komplexen Gesamtbilder sind nur aus dem Flugzeug zu erkennen. Erich von Dänicken hat sie als Landehilfen außerirdischer Besucher gedeutet.